Die systematische Übersicht von Cochrane kommt auf der Basis von 26 ausgewerteten Studien zur Empfehlung: „The combined oral contraceptive with the lowest possible dose of ethinylestradiol and good compliance should be prescribed—that is, 30 μg ethinylestradiol with levonorgestrel.“

Das Basisrisiko für Frauen ohne Thrombose liegt bei 0,19 – 0,37 pro 1000 Frauenjahre. Das entspricht den bisher bekannten 0,16 Thrombosen pro 1000 Frauenjahre.
Pilleneinnahme erhöht das Risiko auf das 3,5 fache (95% CI 2,9 – 4,3).
Pillen mit 30-35 μg Ethinylestradiol plus Gestoden, Desogestrel, Cyproteronacetat und Drospirenon liegen alle ähnlich und zwar 50-80% höher als Pillen mit Levonorgestrel.

de Bastos M et al. Combined oral contraceptives: venous thrombosis Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 3. Art. No.: CD010813. DOI: 10.1002/14651858.CD010813.pub2 http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD010813.pub2/abstract

Wertung: Auch bei der „Behandlung von Hirsutismus“, bei Hyperandrogenämie gilt:
alle Pillen sind im Prinzip gleich, sie erhöhen das SHBG und senken die biologisch verfügbare Androgenfraktion.
Pille plus (weitere „Androgensenker“ wie Finasterid, Flutamid…) erreicht gegen „nur Pille“ eine bis zu 5- fach stärkere Wirkung.
Für die Praxis: der Patient sollte bei Verordnung von Pillen der 3. und 4. Generation in Absolutzahlen über das Risiko der Thrombose aufgeklärt sein.

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